Hinweis: Diese Seite ist auf Österreich eingestellt. Gesetze, Träger und Behörden sind angepasst — Ratgeber, Compliance-Check und Maßnahmen-Texte folgen aber weiterhin deutschem Recht. Bitte vor betrieblichen Entscheidungen fachlich prüfen lassen.
BEM-Gespräch auf Augenhöhe
BEM

Der erste Langzeitkranke: Jeder Schritt zählt — rechtlich und menschlich.

Die Sorge, etwas falsch zu machen, ist berechtigt — und lösbar. Ein klarer Ablauf nimmt sie euch und euren Beschäftigten.

42 Tage

krank innerhalb von zwölf Monaten — auch verteilt

ab dann ist ein BEM anzubieten — § 167 Abs. 2 SGB IX

Seit 2004

ist das BEM gesetzliche Pflicht

für jeden Betrieb — unabhängig von der Größe

Freiwillig

ist das BEM für eure Beschäftigten

eine Ablehnung ist okay — sauber dokumentiert

Angreifbar

wird die krankheitsbedingte Kündigung ohne BEM-Angebot

ständige Rechtsprechung des BAG

Nach langer Krankheit entscheidet sich in wenigen Wochen, ob jemand zurückfindet. Österreich schreibt dafür kein BEM vor, bietet aber die Wiedereingliederungsteilzeit und die Beratung durch fit2work. Das ist keine Formalie: Es geht darum, den Weg zurück an den Arbeitsplatz gemeinsam zu gestalten — bevor aus einer Erkrankung ein Abschied wird.

Die gute Nachricht: Ein klarer Ablauf nimmt die Unsicherheit auf beiden Seiten. Wer die Schritte kennt, kann menschlich handeln — ohne formal etwas zu verlieren.

Der saubere Ablauf

Vier Schritte, die Vertrauen schaffen

1

Einladung

Schriftlich, mit klarem Zweck, Hinweis auf Freiwilligkeit und Datenschutz. Die Einladung ist der Moment, der über Vertrauen entscheidet — Vorlagen helfen, nichts zu vergessen.

2

Gespräch

Auf Augenhöhe: Was braucht es für die Rückkehr? Betriebsrat, Betriebsarzt oder eine Vertrauensperson sind dabei — aber nur, wenn die oder der Beschäftigte zustimmt.

3

Maßnahmen

Vom angepassten Arbeitsplatz bis zur stufenweisen Wiedereingliederung (Hamburger Modell): vereinbart, terminiert und nachgehalten.

4

Dokumentation

Jeder Schritt festgehalten, Gesundheitsdaten getrennt in der BEM-Akte — nicht in der Personalakte. Auch eine Ablehnung wird dokumentiert.

So unterstützt euch das Tool

Struktur für die 80 % — Spezialisten für den Rest.

EasyBGM erkennt die 42-Tage-Schwelle, erinnert an Fristen, bringt Einladungs-Vorlagen mit und führt durch Gespräch, Maßnahmen und Dokumentation — der strukturierte Ablauf für die Standardfälle.

Die Verantwortung bleibt bei euch — und für die kniffligen Fälle binden wir Spezialisten wie MyBEM ein. Im richtigen Moment, nicht als Kleingedrucktes.

Willkommensgespräch nach der Rückkehr — BEM menschlich geführt

Häufige Fragen

Ab wann müssen wir ein BEM anbieten?+

Sobald jemand innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist — am Stück oder verteilt über mehrere Erkrankungen (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Die Pflicht gilt für jeden Betrieb, unabhängig von Größe und Branche.

Ist das BEM für Beschäftigte verpflichtend?+

Nein. Das Angebot ist Arbeitgeber-Pflicht, die Teilnahme ist freiwillig. Eine Ablehnung darf keine Nachteile haben — sie sollte aber dokumentiert sein, denn das Angebot müsst ihr nachweisen können.

Was riskieren wir ohne BEM-Angebot?+

Ein Bußgeld gibt es nicht — aber vor dem Arbeitsgericht wird es schwer: Ohne BEM-Angebot ist eine krankheitsbedingte Kündigung nach ständiger BAG-Rechtsprechung deutlich schwerer durchzusetzen. Und ihr verschenkt die Chance, Beschäftigte zu halten.

Wer nimmt am BEM-Gespräch teil?+

Grundsätzlich Arbeitgeber und Beschäftigte:r. Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung, Betriebsarzt oder eine Vertrauensperson kommen nur mit Zustimmung der oder des Beschäftigten dazu — sie behalten die Kontrolle über den Kreis.

Wie gehen wir mit den Gesundheitsdaten um?+

Gesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 DSGVO): eigene BEM-Akte, getrennt von der Personalakte, Zugriff nur für Beteiligte, Verarbeitung nur mit Einwilligung. Diese Trennung gehört von Anfang an in den Prozess.

Der erste Fall liegt auf dem Tisch?

Startet mit Struktur: Fristen, Einladung und Ablauf sind in wenigen Minuten eingerichtet.

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